Landskrone 2023

Landskrone 2023

Der Tag startete regnerisch.
Irgendwie keine Lust gehabt, den ganzen Tag zu Hause zu verbringen.
Also entsprechend angezogen und in der Nähe eine kurze Wanderrunde zur Landskrone eingeleitet.

Gestartet bin ich vom Parkplatz an der Kapellenstraße im Bad Neuenahrer Ortsteil Gimmigen.
Der Ort selbst wurde bereits 853 n. Chr. erstmalig urkundlich erwähnt.

Über die Bonner Straße (L 80) geht es auf der anderen Straßenseite recht bald die Straße An der Burgpforte hinauf.

Mehrere Wanderwege verlaufen hier bereits.
Ich gehe An der Burgpforte hinauf in den Wald hinein.
Hier wird der Weg auch schmaler und Individualverkehr ist hier zudem ausgeschlossen.

An der Weggabelung oberhalb halte ich mich rechts.
Weitere Wanderwegvorschläge kommen hinzu.

Meine Ziele für die Wanderung finden sich rechts: die Ruine und die Kapelle.

So halte ich mich auch in die entsprechende Richtung und schaue bereits auf den „Gipfel“ der Erhebung.
Ein Blick nach rechts und ich kann in die Ferne schauen.

Für hiesige Gefilde bin ich schon weiter in der Höhe, so dass auch die Blicke in die anderen Richtungen gefallen können.

Wiederung rechts an der Wegkreuzung und somit zum oberen Bild im Rücken liegend komme ich Am Galgen vorbei.

Ein Hinweisschild erläutert den Zusammenhang hierzu.

Nun habe ich den Zuweg erreicht, der mich hinauf auf das Plateau bringen wird.

Die Burg Landskron, auch Ruine Landskrone genannt, ist die Ruine einer hochmittelalterlichen Höhenburg bei der Stadt.
Die Höhenburg ist Stammsitz der Burggrafen von Landskron und spielte während des Mittelalters eine bedeutende Rolle in den Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Die Burg Landskron hatte nicht wie andere Burgen eine Vorburg, sondern zwei vorgelagerte Zwinger mit typischem Mauerwerk der Stauferzeit vorwiegend aus Lagen von Basaltsäulen meist im Wechsel mit ausgleichenden Schichten aus Schieferbruchstein. Durch das untere Tor gelangte man in den Nordzwinger. Heute steht davon nur noch ein Mauerblock, 1366 stand hier noch ein Rundturm.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Am oberen Tor

Durch das zweite Tor gelangte man in den östlichen Zwinger mit seitlichem Rundturm, gesichert durch eine Doppelflügeltür. In diesem Zwinger befanden sich Wirtschaftsgebäude, Wachstuben und Stallungen. Das obere Tor, welches in die Unterburg führte, war mit Trachytsteinen reich verblendet, von einem Fallgitter ist noch die Falz vorhanden. Links neben dem Toreingang stand ein doppelstöckiges Gebäude, wohl die Kapelle.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Auf dem übrigen Gelände standen einst Palas, Backhaus und weitere Wohngebäude nebst dem Burgbrunnen. Die enge Oberburg hatte eher wehrhaften Charakter, hier standen einst der mächtige Kronenturm (Rundturm) und ein Wehrhaus. Die Oberburg ist noch nicht ausgegraben und erforscht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Römische Warte

Zuvor eine germanische Thingstätte, diente der dominante Basaltkegel den Römern als Warte und militärischer Stützpunkt. Durch die Nähe zum Kastell Rigomagnus, dem heutigen Remagen, war die Warte mit diesem dauerhaft verbunden. Nach dem Fall des Limes um 300 n. Chr. war die Landskron Teil einer Kette von Höhenbefestigungen, die das römische Hinterland schützten. Zahlreiche römische Funde fielen 1910 beim Neubau eines Gasthauses auf den Ruinen der Landskron an. Daraufhin unternahm das Landesmuseum der Rheinprovinz in Bonn Grabungen und archäologische Untersuchungen der gesamten Unterburg, deren Fundstücke verloren gingen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Die Reichsburg Landiscrone wurde im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Welfen um Otto IV. und den Staufern um Philipp von Schwaben um die Herrschaft im Deutschen Reich errichtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Jülicher Festung und Garnison

In den Jahren 1659 bis 1682 wurde die Burg Landskron mit einer Garnison belegt, die Truppe gehörte zu einer Kompanie, die unter dem Befehl des Freiherrn von Pallandt stand, der Generalwachtmeister und Gubernator zu Jülich war. In diesem Zeitraum folgten auf Burg Landskron drei Kommandanten aufeinander: Kapitänleutnant Gottfried Grunter (1659–1674), Obristwachtmeister Hans Heinrich de Grane (1674–1676) und Hauptmann Wilhelm Oswald von Pampus (1676–1682). Die Mannschaft umfasste zunächst zehn Soldaten, während des Holländischen Krieges im Jahr 1672 wurde sie durch Musterung und Aushebung auf 50 Mann verstärkt. Nach der von einem Blitzeinschlag in der Nacht vom 20. auf den 21. September 1677 ausgelösten großen Feuersbrunst wurden zur Erhaltung der Wehrfähigkeit die Außenmauern notdürftig repariert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Zerstörung

Der neue Besitzer war Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg (* 1615; † 1690) und als solcher seit 1653 auch Herzog von Jülich. Nach dem großen Brand von 1677 gab es zunächst Kostenvoranschläge zur Instandsetzung der Burg Landskron in Höhe von 973 Reichstalern. Während der Pfalzgraf Philipp Wilhelm immer noch an einem Erhalt der Reichsburg Landskron festhielt, war sein Sohn Johann Wilhelm (Jan Wellem), seit 1679 als Wilhelm II. Herzog von Jülich, für eine Schleifung der Burgruine. Zum Neujahrstag 1682 gab er zwei Befehle zur Ausführung eines Zerstörungsplans. Die umliegenden Ortschaften mussten dafür Männer mit Arbeitsgerät stellen. Am 8. Januar kamen 17 jülicher Facharbeiter zur Sprengung des Kronenturms, innerhalb von drei Wochen erfolgte die Zerstörung, bereits am 30. Januar rückte die Garnison ab nach Düsseldorf. Nach der Schleifung erfolgte noch eine Klage auf Schadenersatz durch den Freiherrn von Brempt als Miteigentümer über 16.000 Reichstaler zum Wiederaufbau seiner Gebäude. Im Jahr 1693 versprach Herzog Johann Wilhelm die Auszahlung eines Schadenersatzes von 6000 Reichstalern in jährlichen Raten von 500 Reichstalern. Wenig später kam es zum Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697), bei dem weitere Burgen wie Burgbrohl, die Burg Olbrück, die Burg Rheineck und Städte wie Sinzig und Ahrweiler in der Umgebung zerstört wurden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Ab 1906 betrieb der Gastronom und Heimatforscher Heinrich Möhren auf dem Berg eine Straußwirtschaft in einer Hütte und im Burgkeller. Nach Erhalt einer Baugenehmigung 1910 errichtete er auf der Bergkuppe im Bereich der Unterburg ein Gasthaus auf den Grundmauern eines zuvor archäologisch untersuchten Wohnturms. Das Gasthaus wurde zu einem beliebten Ausflugslokal. Heinrich Möhren war im Besitz einer umfangreichen Sammlung von Fundstücken von den Ausgrabungen auf der Burg um 1907 und 1910. Sie gingen durch Kriegseinwirkungen im Zweiten Weltkrieg und einer völligen Zerstörung des Gasthauses durch einen Brand 1949 verloren.

Durch ein Erdbeben im Jahr 1992 kam es zu Schäden an der Burgruine. 1999 fanden am obersten Tor Sanierungsmaßnahmen statt.
Die Burgruine steht im Besitz von Sebastian Graf von Kanitz auf Kloster Cappenberg.
Die Burgfläche ist von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gepachtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsburg_Landskron

Bevor ich das Burggelände wieder verlasse, werfe ich vom oberen Plateau noch einen Blick in die Gegend.

Interessanter Link: Wie es vor 777 Jahren zum Bau der Burg Landskron kam

Es geht nun ein Stück des Weges zurück und kurz nach dem passieren des unteren Tors links auf einen schmaleren Pfad, der mich auf Höhe der Landskroner Kapelle führen wird.

Die Kapelle soll von einem Burgherren der 1206 erbauten Burg Landskrone errichtet worden sein, nachdem seine drei Töchter vor Raubrittern gerettet wurden. Deswegen wird sie auch „Drei Jungfern“ und auch „Fünf Jungfern“ nach einer Erwähnung um 1470 als „der fünff Jungfern Capell“ genannt. Bei einem Besuch der Burg Landskron im Jahr 1212 stellte Kaiser Otto IV. der Kapelle einen Schutzbrief aus, der sie von Abgaben befreite.

Die Kapelle unterstand der Pfarrei Heimersheim und wird heute vom Verein der Förderer der Maria-Hilf-Wallfahrtskapelle auf der Landskrone in Heppingen e.V. betreut. Der Verein übernahm eine Sanierung im Jahr 2010.

https://de.wikipedia.org/wiki/Maria-Hilf-Kapelle_(Lohrsdorf)

Über „Serpentinen-Pfade“ geht es nunmehr hinab in den Ort Gimmigen.

Noch ein kurzes Wegstück entlang der Bonner Straße und ich erreiche wieder den Parkplatz und beendet dort die kurze Wegrunde.

Videozusammenschnitt der Wanderung:

Track, Karte etc.:

Frühere Wanderungen mit Hunden zur Burgruine Landskrone:

08.09.2013 mit Draga

06.12.2014 mit Balou

05.01.2016 mit Draga

17.06.2017 mit Jilly
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