Waldhotel und jüdischer Friedhof

Waldhotel und jüdischer Friedhof

Aufgrund der Wettervorhersage für diesen Tag ging es recht früh auf eine kleine Wanderung, die auch in der Nähe ihren Startpunkt hatte.

So ging es oberhalb vom Remagen auf den Wanderparkplatz „Auf Kirres“.

Und da die Wolken jederzeit Regen verheißen ließen, wurde es eine kleine Abwandlung des dort startenden Wanderwegs A2 mit einem Abstecher zu einem „Lost Place“.

Direkt vom Wanderparkplatz aus gehen wir die Strecke im Gegenuhrzeigersinn und folgen zunächst der Wegmarkierung des Rheinburgenweges und gelangen somit in den Wald neben der Fahrstraße.

So gelangen wir zu einem „Lost Place“, dem ehemaligen Waldhotel Remagen.

Das ehemalige Hotel „Zur Waldburg“ mit Ausflugslokal auf dem Victoriaberg oberhalb von Remagen wurde im Jahr 1900 eröffnet und 1970 geschlossen. Seitdem verfällt die Ruine immer mehr. Die Mauern sind bereits zum Teil in sich zusammengebrochen. Die Reste sind abbruchreif.
Seine Existenz hatte die einst weit über Remagen und die Region hinaus bekannte „Waldburg“ der Rheinromantik zu verdanken, jener Gegenbewegung zur beginnenden Industrialisierung mit ihren negativ empfundenen Begleiterscheinungen, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann und die bis zum späten 19. Jahrhundert dauerte. Diese Bewegung brachte einen Rheintourismus in Gang, der dank der Dampfschifffahrt und der Anbindung der Region ans Eisenbahnnetz bald beachtliche Ausmaße annahm. Auch die Remagener wollten von diesen Gästeströmen profitieren. Dazu gründeten sie am 20. März 1867 den „Localverschönerungsverein“, der bald Grundstücke ankaufte, Wege baute, Ruhebänke aufstellte und Aussichtspunkte mit Blick ins romantische Rheintal zugänglich machte.
So sind Hotel und Restaurant „Zur Waldburg“ seit 1970 sich selbst überlassen, und die Natur holt sich Jahr für Jahr ein Stückchen mehr von dem fast einen Hektar großen und nur wenige Meter vom Rheinburgenweg entfernten Anwesen zurück, das der Mensch ihr einst abgerungen hat.
Die Waldburg Unternehmergesellschaft (UG), hinter der „Sonnenkönig“ Frank Asbeck steht, ersteigerte die Immobilie bei der Zwangsversteigerung am 25. Januar 2023 im Amtsgericht Sinzig für 210.000 Euro.

https://www.aw-wiki.de/index.php/Hotel_%E2%80%9EZur_Waldburg%E2%80%9C_Remagen

Gegenüber eine ehemalige Aussicht hinab auf den Rhein.

Wir gelangen auf dem Pfad zurück zum Wanderweg A2 und folgen diesem nunmehr ein Stück, wobei wir wieder auf den Rheinburgenweg treffen werden.

Der Weg führt links in Richtung Wald.
In der Ferne (hier mittig links am Bildrand) ist der Bergfried der Burgruine Olbrück zu erkennen.

Quo Vadis?

Das nächste Ziel ist aufgelistet: der jüdische Friedhof.

Zuvor geht es noch durch ein Waldstück und eine offene Fläche.

Ein klitzekleiner Abstecher führt uns an den alten jüdischen Friedhof.

In Remagen gibt es zwei jüdische Friedhöfe: der alte jüdische Friedhof „Auf der Heide“ liegt südlich der Hochebene „Auf Kirres“ südwestlich der Stadt an einem Waldlehrpfad auf dem Reisberg zwischen Remagen und Bad Bodendorf.
Wann der 25,37 Ar große alte Friedhof „Auf der Heide“ gegründet wurde, ist unbekannt.
In einem Bericht aus dem Jahr 1853 heißt es lediglich, der Friedhof diene „seit sehr langer Zeit zum Begräbnis der israelitischen Gemeinde.“
Bis 1853 gehörte der Friefhof der Stadt, die ihn der jüdischen Gemeinde in jenem Jahr unentgeltlich überließ.
Auflage war, den Friedhof auf eigene Kosten herzurichten. Etwa 20 Grabsteine sind heute noch erhalten. Sie stammen überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Der jüngste erhaltene und lesbare Stein stammt aus dem Jahr 1900.

https://www.aw-wiki.de/index.php/Alter_j%C3%BCdischer_Friedhof_Remagen

Nun ist es nicht mehr weit bis zum Wanderparkplatz.
Wir sind übrigens trocken geblieben.

Videozusammenschnitt der Tour:

Track, Übersicht etc.:

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