Weil- und Stenzelberg Siebengebirge

Weil- und Stenzelberg Siebengebirge

Nach dem Regen in der Nacht zuvor ging es vormittags für eine knapp sieben Kilometer lange Wanderung in das Siebengebirge, um erneut dem Weil- und dem Stenzelberg einen Besuch abzustatten.

Gestartet sind wir an der Klosteranlage Heisterbach, da sich hier ausreichend Parkplätze befinden.
Es geht genau gegenüber und neben der Bushaltestelle in den Wald, um das erste Ziel der Wanderung, dem Weilberg, unsere „Aufwartung“ zu machen.

Und nach einer kontinuierlichen ersten Steigung machen wir den ersten Abstecher an den ehemaligen Basaltabbau am Weilberg.

Besondere Bedeutung erlangt der Weilberg durch den seit 1940 stillgelegten Steinbruch, der einen Einblick in den Gesteinsaufbau des ehemaligen Vulkanfelds Siebengebirge ermöglicht.

Vor etwa 30 Millionen Jahren begann die vulkanische Tätigkeit mit einem gewaltigen Aschenregen (Trachyttuff). Magma drang in den Tuff ein und brannte ihn in einer rot gefärbten Kontaktzone; der Tuff wurde aufgewölbt und an Verwerfungen versetzt. Abschließend stieg nochmals Lava auf. Ein junger Basalt durchsetzt den älteren als schmaler Lagergang und verbreitert sich im weichen Tuff.
Die Oberfläche des Vulkans ist nicht mehr erhalten, durch lang anhaltende Erosion wurde ein großer Teil von Tuff und Basalt wieder abgetragen.
Über dieses Plateau floss im Pleistozän (Eiszeit) der Rhein hinweg.

Im Steinbruch Weilberg wurde im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts Basalt abgebaut und dann mit der Heisterbacher Talbahn – HTB – ins Tal transportiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Weilberg

Früher gab es an der Kante einen Rundweg.
Da dieser nicht mehr vorhanden ist, gehen wir wieder zurück auf den Hauptweg, um wenig später noch einmal erneut einen Abstecher zum Weilberg zu machen.

Wir gehen jetzt auf die Landstraße 268 zu, also der Straße, welche wir weiter unterhalb zu Beginn der Wanderung schon einmal überquert haben.
Hier finden sich übrigens beidseits der Straße noch größere Waldparkplätze.

Es geht wiederum leicht in die Höhe, wobei wir an der ersten Gabelung links auf den Stenzelbergrundweg gehen.
Dabei erhaschen wir durch den dichteren Wald einen Blick auf den Ort Heisterbacherrott.

Mit einem Schlenker geht es wenig später rechts auf den schmaleren Weg, um hier hinauf zum Stenzelberg selbst zu gehen.

Der Eingang auf das „Plateau“ ist nunmehr mit Sperrung für Fahrradfahrer versehen.
Das macht tatsächlich Sinn auf dem nachfolgenden Weg.

Die letzte Wanderung dort ist schon sehr lange her und ich kann mich daran erinnern, dass hier der Zugang zu den Felsen (links) und dem Plateau (rechts) noch nicht abgesperrt war.

Geologisch handelt es sich beim Stenzelberg um eine Quellkuppe aus dem vulkanischen Gestein Latit, wobei das aufsteigende Magma die Erdoberfläche nicht erreichte, sondern im umgebenden Deckgestein aus Tuff stecken blieb. Durch Erosion wurde der weichere Tuff später abgetragen und das härtere Latit freigelegt.

Der Stenzelberg wurde seit dem 11. Jahrhundert als Steinbruch für Quarz-Latit genutzt. Das Gestein wurde unter anderem für die Propsteikirche in Oberpleis, die Nikolauskapelle in Heisterbacherrott und das Bonner Münster genutzt (…).

Der Steinbruchbetrieb endete 1931.
Nach Stilllegung der Brüche hat sich am Stenzelberg eine charakteristische Landschaft entwickelt, die die besondere Flora und Fauna eines Trockenbiotops bietet.

Insbesondere die steilen Felswände und freistehenden „Umläufer“ machten den Berg in den 1980er und 1990er Jahren zum beliebten Klettergebiet.

Seit Juni 2005 ist das Klettern am Stenzelberg ausdrücklich verboten.
Zuvor hatte der Rhein-Sieg-Kreis das Klettern geduldet, obwohl der Stenzelberg wie das ganze Siebengebirge bereits seit 1920 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen war. Notwendig wurde das Kletterverbot durch die neue Naturschutzgebietsverordnung im Zuge der Anerkennung des Siebengebirges als FFH-Gebiet 5309-301 (Fauna-Flora-Habitat) der Europäischen Union. Insbesondere wurde das Vorkommen der Mauereidechse beunruhigt und Eiablageplätze an den Feldfüßen zerstört. Trotz des Verbots wurde nach 2005 illegal geklettert.
Der Pfad zu den Felsen wurde deshalb vom Forstamt gesperrt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Stenzelberg
Blick über Bonn. Etwa mittig der Sender auf dem Venusberg.

Einfach nur schön hier.

Es geht wieder ein kleines Stück hinab auf den Hauptweg.

Das nächste Ziel ist der Petersberg, den wir auf dieser Runde allerdings nicht erklimmen wollen.

Doch zunächst halten wir an einer Weitsicht an, da wir noch einmal nach Bonn schauen.
Mittig ist der Posttower zu erkennen, rechts daneben das früher höchste Gebäude: der „Lange Eugen„.

An einer größeren Wegekreuzung findet sich auch das „Einkehrhaus Waidmannsruh„, welches bei unserem Besuch schon geöffnet hatte und gut besucht war.

Wir nähern uns jetzt tatsächlich dem Petersberg und überlegen kurz, ob wir diesen Abstecher noch mitmachen – so wie schon einmal auf einer ähnlichen Wanderung.
Wir entschließen uns dagegen, da wir auch an dem Tag noch etwas mit den Hunden machen wollen.

Der Petersberg, früher auch Stromberg genannt, ist ein 335,9 m ü. NHN hoher Gipfel des Siebengebirges im Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen. Er erhebt sich östlich des Rheins oberhalb und im Stadtgebiet von Königswinter.

Große Bedeutung für die jüngere deutsche Geschichte erlangte der Berg mit seinem 1892 erstmals eröffneten Hotel zwischen 1949 und 1952 als Sitz der Alliierten Hohen Kommission, die sich aus den höchsten Vertretern der westlichen Hauptsiegermächte in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zusammensetzte. Von 1955 bis 1969 und nach einem umfassenden Umbau wieder ab 1990 diente das Grand Hotel auf dem Petersberg als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin im Jahre 1999 blieb es im Besitz des Bundes und wurde für besondere Anlässe weiterhin als Gästehaus in unregelmäßigem Abstand Stätte nationaler und internationaler Konferenzen. So ist er Namensgeber etwa des Petersberger Abkommens oder des Petersberger Klimadialogs.

https://de.wikipedia.org/wiki/Petersberg_(Siebengebirge)

So geht es letztlich wieder hinab zum noch etwa 2 km entfernten Parkplatz am Kloster Heisterbach.
Ein Besuch der Klosteranlage ist definitiv empfehlbar.

Videozusammenschnitt zur Tour (HD):

Track, Übersicht etc.:

Bilder einer früheren Wanderung am 05.03.2021:

Bilder einer früheren Wanderung am 20.10.2015 (mit Balou):

Track, Übersicht etc. zur Wanderung mit Einbindung Petersberg:

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